Eros und die Schicksalsgöttinnen

Julius Kronberg

1908

Der Primat des Begehrens

Kronberg konfrontiert den Gott der Liebe (Eros) mit den unerbittlichen Schicksalsgöttinnen (Parzen/Nornen). Es ist das ewige Spannungsfeld zwischen dem menschlichen Verlangen und der göttlichen Vorhersehung.

In der HermetikDie Hermetik umreißt einen geistesgeschichtlichen Komplex, der auf den Legenden um Hermes Trismegistos basiert. Sie umfasst alchemistische, astrologische und magische Lehren. Kern ist die Korrespondenz zwischen Mikrokosmos und Makrokosmos („Wie oben, so auch unten“), die den Menschen als Teil einer göttlichen Weltordnung begreift. spiegelt dieses Motiv das Gesetz von Ursache und Wirkung (KarmaKarma ist das universelle Gesetz, nach dem jede Handlung – physisch wie geistig – unausweichlich eine entsprechende Wirkung nach sich zieht. Das Individuum ist in einer ununterbrochenen Kausalkette des Handelns an den Kreislauf von Ursache und Wirkung gebunden.) wider. Eros versucht, die Fäden des Schicksals zu beeinflussen, doch die unbewegten Gesichter der Göttinnen erinnern daran, dass die kosmische Ordnung (Maat/Dharma) über dem persönlichen Begehren steht.

Über den Künstler

Julius Kronberg

Der Staub auf dem Samtvorhang In den hohen Räumen von Schloss Stockholm steht die Luft. Ein Auge sucht das Leuchten im Schatten der Geschichte, die Reflexion des Lichts auf schwerem Brokat und nackter Haut. Es herrscht eine Stille, die nichts mit ...

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