Angels in Vermilion – Buchcover

Angels in Vermilion

The Philosophers’ Stone: from Dee to DMT

2021
Das Buch untersucht die historische und symbolische Verbindung zwischen alchemistischen Traditionen, dem Stein der Weisen und der modernen Erforschung halluzinogener Substanzen wie DMT.
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Das Buch untersucht die historische und symbolische Verbindung zwischen alchemistischen Traditionen, dem Stein der Weisen und der modernen Erforschung halluzinogener Substanzen wie DMT.
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Werk und Inhalt

Alchemie zwischen Äther und Labor: Ein Blick auf Angels in Vermilion

Das 2021 erschienene Werk Angels in Vermilion: The Philosophers' Stone: from Dee to DMT ist eine gewagte historische Spurensuche, die den Bogen von der elisabethanischen Ära bis in die neurochemische Gegenwart spannt.

Die Autoren P.D. Newman und Jaime Paul Lamb verfolgen ein ambitioniertes Ziel: Sie versuchen, die hermetischeDie Hermetik umreißt einen geistesgeschichtlichen Komplex, der auf den Legenden um Hermes Trismegistos basiert. Sie umfasst alchemistische, astrologische und magische Lehren. Kern ist die Korrespondenz zwischen Mikrokosmos und Makrokosmos („Wie oben, so auch unten“), die den Menschen als Teil einer göttlichen Weltordnung begreift. Tradition der AlchemieAlchemie (von arab. al-kīmiyāʾ) ist die protowissenschaftliche und hermetische Kunst der Stoffwandlung und Selbsterkenntnis. Sie verbindet Naturphilosophie, Metallurgie und Symbolik mit dem Ziel, die Materie zu läutern (Magnum Opus), den Stein der Weisen zu bereiten und das Unvollkommene zu veredeln. Sie vereint die mikrokosmische Veredelung des Menschen mit der makrokosmischen Offenbarung göttlicher Naturgesetze. – insbesondere das Streben nach dem Lapis Philosophorum – mit den Phänomenen moderner psychedelischer Erfahrungen in Einklang zu bringen. Dabei leisten sie eine akribische Quellenarbeit, die den Leser durch die okkultenOkkultismus ist ein Sammelbegriff für Lehren und Praktiken, die sich mit den „verborgenen“ Kräften der Natur und des Geistes befassen. Er umfasst Traditionen wie Magie, Esoterik und Hermetik, die über das rein rational-materialistische Weltbild hinaus nach einem tieferen, meist intuitiven oder symbolischen Verständnis der Realität streben. Labyrinthe von John Dee und Edward Kelley führt, um schließlich bei den Entheogenen des 20. und 21. Jahrhunderts zu landen.

Die hermetische Verbindung von Geist und Materie

Den Ausgangspunkt der Untersuchung bildet die historische Figur des John Dee, des Hofastrologen der englischen Königin Elizabeth I., dessen okkultes System der enochischenEnochische Magie (auch Henochisch) bezeichnet ein magisches System, das auf den im 16. Jh. durch John Dee und Edward Kelley aufgezeichneten Engelskontakten basiert. Es umfasst eine eigene Sprache, komplexe Siegel und Tabellen, die zur Kommunikation mit transzendenten Wesenheiten und zur spirituellen Erkenntnis dienen. Magie durch die Arbeit mit dem Medium Kelley Gestalt annahm. Newman und Lamb argumentieren, dass die in den frühen Aufzeichnungen beschriebenen visionären Begegnungen mit den sogenannten enochischen Engeln keineswegs bloße Halluzinationen waren. Stattdessen werden sie als bewusste, wenngleich in der Sprache der Zeit kodierte Versuche interpretiert, einen veränderten Bewusstseinszustand zu erreichen, der Ähnlichkeiten mit der Wirkung moderner Halluzinogene aufweist. Die Autoren beleuchten die Vermilion-SymbolikDas Symbol ist ein verdichtetes Zeichen, das über seine bloße materielle Erscheinung hinaus auf eine tiefere, transzendente Wirklichkeit verweist. Im hermetischen Kontext ist das Symbol kein willkürliches Abbild, sondern ein „Korrespondenz-Anker“, der die Kraft der bezeichneten Idee in die physische Ebene kanalisiert und so als Brücke zwischen Makrokosmos und Mikrokosmos fungiert. – das Zinnoberrot –, welches in der alchemistischenAlchemie (von arab. al-kīmiyāʾ) ist die protowissenschaftliche und hermetische Kunst der Stoffwandlung und Selbsterkenntnis. Sie verbindet Naturphilosophie, Metallurgie und Symbolik mit dem Ziel, die Materie zu läutern (Magnum Opus), den Stein der Weisen zu bereiten und das Unvollkommene zu veredeln. Sie vereint die mikrokosmische Veredelung des Menschen mit der makrokosmischen Offenbarung göttlicher Naturgesetze. Tradition als Chiffre für den Stein der Weisen und die Transformationskraft des Schwefels steht.

Vom Schmelztiegel zum Neurotransmitter

Eine zentrale These des Buches ist die Annahme, dass alchemistische Texte der Renaissance nicht nur handfeste Laborkunst, sondern eine Art Gebrauchsanweisung für psychedelische Initiation darstellen könnten. Die Autoren ziehen hierbei Parallelen zur Wirkungsweise von N,N-Dimethyltryptamin (DMT).

Während der Historiker den Text als Dokument einer religiösen oder magischen Weltsicht liest, schlagen Newman und Lamb vor, dass hinter den allegorischen Beschreibungen der TransmutationTransmutation (lat. transmutatio „Verwandlung“) beschreibt die bewusste Veredelung oder qualitative Transformation eines Zustands in einen anderen. In der inneren Praxis bezeichnet sie die gezielte Umwandlung niederer, unbewusster Kräfte und Impulse in höhere, geistige Qualitäten – symbolisiert durch die alchemistische Wandlung von Blei in Gold. tatsächlich eine Interaktion mit körpereigenen oder externen psychoaktiven Substanzen stehen könnte. Dabei wird die Frage aufgeworfen, ob das Opus Magnum – das große Werk – letztlich ein psychosomatischer Prozess ist, der unter dem Einfluss spezifischer Moleküle eine „spirituelle Extraktion“ des reinen Geistes aus der materiellen Hülle vollzieht.

Tradition, Technik und die Grenzen der Empirie

Das Werk ist unverkennbar für ein Publikum verfasst, das mit den Grundlagen der westlichen EsoterikEsoterik ist der Sammelbegriff für Lehren, die ein „inneres“, verborgenes Wissen vermitteln, das sich nur dem Eingeweihten erschließt. Sie befasst sich mit den Zusammenhängen zwischen Mensch, Kosmos und dem Göttlichen. In dieser Bibliothek steht Esoterik für den ganzheitlichen, kontemplativen Zugang zur Wirklichkeit. vertraut ist und keine Scheu vor interdisziplinären Sprüngen hat. Die Stärke der Autoren liegt in ihrer Fähigkeit, die Enochian Magick mit der modernen Pharmakologie zu verbinden, ohne dabei in den Fehler zu verfallen, die Geschichte auf eine simple biologische Reduktion zu beschränken.

Zweifellos bleibt das Buch eine kontroverse Lektüre: Die Verbindung zwischen den engelhaften „Gesprächen“ und der Molekularbiologie verlangt dem Leser eine gewisse intellektuelle Flexibilität ab. Newman und Lamb bewegen sich auf dem schmalen Grat zwischen historischer Spekulation und der praktischen Anwendung hermetischer Traditionen.

Ein Fazit zum metaphysischen Brückenschlag

Ob man der These folgt, dass die AlchemistenAlchemie (von arab. al-kīmiyāʾ) ist die protowissenschaftliche und hermetische Kunst der Stoffwandlung und Selbsterkenntnis. Sie verbindet Naturphilosophie, Metallurgie und Symbolik mit dem Ziel, die Materie zu läutern (Magnum Opus), den Stein der Weisen zu bereiten und das Unvollkommene zu veredeln. Sie vereint die mikrokosmische Veredelung des Menschen mit der makrokosmischen Offenbarung göttlicher Naturgesetze. der Frühen Neuzeit eigentlich frühe Psychonauten waren, bleibt dem Urteil des Lesers überlassen. Angels in Vermilion leistet jedoch den wertvollen Dienst, die Starre akademischer Sichtweisen auf die Alchemie aufzubrechen. Es lädt dazu ein, den „Stein der Weisen“ nicht als totes Gold oder verstaubtes Rezeptbuch zu verstehen, sondern als ein lebendiges Symbol für die menschliche Suche nach Transzendenz – eine Suche, die im Laufe der Jahrhunderte zwar ihr Vokabular, nicht aber ihren existenziellen Kern gewandelt hat.

Es ist ein Buch, das mit einer gewissen kühlen Eleganz den Mut besitzt, die alten Meister in den Kontext einer modernen Welt zu stellen, in der das „Vermilion“ der Alchemisten ein Echo in den Synapsen des 21. Jahrhunderts findet.