Auf dem Sprung in die kosmische Dimension – Buchcover

Auf dem Sprung in die kosmische Dimension

1977
Originaltitel: „Stalking the Wild Pendulum“
„Unser Bewusstsein ist ein holographischer Baustein eines unendlichen, pulsierenden Universums. Wir stürzen nicht ins Nichts, sondern erwachen im Kosmos.“
Ein physikalisches Modell für Telepathie, Zeitreisen und das vibrierende Universum.
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„Unser Bewusstsein ist ein holographischer Baustein eines unendlichen, pulsierenden Universums. Wir stürzen nicht ins Nichts, sondern erwachen im Kosmos.“
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Werk und Inhalt

Ein Pendelschlag zum Urgrund

Itzhak Bentov entwirft ein Modell des Bewusstseins, das durch Schwingung und Resonanz die Grenzen des menschlichen Körpers überwindet.

Der Mensch als tönende Saite

Bewusstsein ist kein Nebenprodukt grauer Materie, sondern eine Qualität des Schwingens. Alles atmet, alles bebt. Bentov betrachtet den Körper als ein fein abgestimmtes System aus stehenden Wellen, das in ständigem Austausch mit dem Umfeld steht. Ein Pendel, das einmal angestoßen wurde, sucht stets den Ausgleich. Diese einfache mechanische Beobachtung wird zum Schlüssel für das Verständnis der gesamten Existenz.

Das mechanische Erbe der Intuition

Man erkennt in diesen Zeilen den Geist des Erfinders, der die Präzision des Uhrmachers mit der Weitsicht des Sehers paart. Bentov, der selbst Raketenteile und medizinische Sonden entwarf, überträgt die Logik der Mechanik auf das Unfassbare. Er steht damit in einer Tradition mit Gelehrten wie Emanuel Swedenborg, der im 18. Jahrhundert ebenfalls versuchte, die geistige Welt durch die Gesetze der Naturwissenschaft zu kartografieren. Beide eint die Überzeugung, dass das Geistige keinen Widerspruch zum Messbaren darstellt.

Die Sprache der Amplitude

Ein zentraler Begriff ist die Kopplung. Wenn zwei Systeme nebeneinander schwingen, neigen sie dazu, ihren Rhythmus anzugleichen. Bentov erklärt so den Zustand der MeditationMeditation ist die operative Praxis der Bewusstseinsfokussierung. Sie dient dazu, das diskursive Denken zur Ruhe zu bringen, um das Bewusstsein von mentalen Inhalten zu lösen und einen Zustand der leeren, reinen Wahrnehmung (Gnosis) zu erreichen. als eine Synchronisation von Herzschlag, Blutdruck und Hirnwellen. Es entsteht eine Kohärenz, die den Organismus für feinere Einstrahlungen empfänglich macht. Darin zeigt sich die Verwandtschaft zu den Lehren des Pythagoras, der die Musik der Sphären nicht als Metapher, sondern als mathematische Realität begriff.

Das Echo im Kortex

Die Physiologie des Bewusstseins findet bei Bentov eine konkrete Verankerung in der Mikroseismik des Schädels. Durch den rhythmischen Ausstoß des Blutes aus der Aorta gerät der Körper in eine Vibration von etwa sieben Hertz. Diese Bewegung erzeugt im Gehirn eine kreisförmige elektromagnetische Welle. Es ist ein technisches Bild für das, was alte Traditionen als das Erwachen des inneren Feuers bezeichneten. Der Verfasser nennt diesen Vorgang den „sensorischen Kortex-Reflex“, eine Rückkopplung, die das Tor zur Transzendenz aufstößt.

Konzepte der Unendlichkeit

Man begegnet in diesem Werk der Idee des Hologramms. InformationIn der Moderne wird die „Information“ rein datentechnisch betrachtet. Dem Begriff liegt etymologisch das lateinische informare (Gestalt verleihen) zugrunde. Hermetisch gesehen ist Information der Prozess, durch den der Geist die gestaltlose Prima Materia formt – ein Schöpfungsakt, der in jedem Gedanken und jeder Handlung fortwirkt. ist nicht an einem Ort gespeichert, sondern im Ganzen enthalten. Jedes Teilchen trägt das Bild des gesamten Kosmos in sich. Diese Sichtweise teilt Bentov mit seinem Zeitgenossen David Bohm, dem Quantenphysiker, der von der impliziten Ordnung sprach. Beide begreifen das Universum als ein ungeteiltes Ganzes, in dem Trennung lediglich eine optische Täuschung des begrenzten Verstandes bleibt.

Der Sprung über die Schwelle

Zeit und Raum werden bei Bentov zu dehnbaren Größen. Er beschreibt, wie das Bewusstsein bei extremer Beschleunigung der Eigenschwingung einen Punkt der Ruhe erreicht, von dem aus es alle Orte gleichzeitig wahrnehmen kann. Er nennt diesen Zustand den Nullpunkt. Es ist die Stelle, an der das Pendel für einen unendlich kurzen Moment verharrt, bevor es die Richtung wechselt. In diesem Stillstand liegt die Freiheit von der Kausalität.

Das kosmische Ei als Form

Die Geometrie des Universums gleicht bei Bentov einem Torus, einem in sich geschlossenen Ring, der einem Apfel oder einem Magnetfeld ähnelt. Alles fließt aus einer Quelle und kehrt in sie zurück. Diese Vorstellung greift das Bild des Ouroboros auf, der Schlange, die sich in den Schwanz beißt. Es ist eine Absage an das lineare Denken der Aufklärung und eine Rückkehr zum zyklischen Weltbild der Renaissance, in dem Anfang und Ende in eins fallen.

Ein Vermächtnis der Leichtigkeit

Was dieses Buch auszeichnet, ist der Verzicht auf das Schwere und Priesterliche. Bentov zeichnet seine Diagramme mit einer Hand, die auch Kinderbücher illustrieren könnte. Er nimmt dem Kosmos das Furchteinflößende und gibt ihm die Vertrautheit eines gut funktionierenden Uhrwerks zurück. Der Leser erfährt, dass der Weg in die Weite kein mühsames Klettern ist, sondern ein Loslassen in die ohnehin vorhandene Resonanz.