Werk und Inhalt
Inhaltsübersicht und Einordnung
Das 1978 im Zürcher Swedenborg-Verlag erschienene Werk „Und meine Seele spannte weit ihre Flügel aus – Außerkörperliche Erfahrungen in dieser und jener Welt“ widmet sich der phänomenologischenPhänomenologie (griech. φαινόμενον phainómenon „das Erscheinende“ und lógos „Lehre“) ist die philosophische Methode, die Welt so zu untersuchen, wie sie sich dem Bewusstsein unmittelbar zeigt. Sie zielt darauf ab, die Strukturen der Erfahrung selbst zu erfassen, frei von metaphysischen Vorannahmen, und bildet damit das notwendige Werkzeug, um subjektive spirituelle Erlebnisse objektiv zu reflektieren. und religiösen Deutung außersinnlicher Wahrnehmungen.
Der Autor sammelt und strukturiert Erfahrungsberichte über sogenannte Astralreisen sowie Spontanphänomene der Seelenablösung. Ziel der Schrift ist es nicht, eine naturwissenschaftliche oder medizinische Erklärungsbasis zu liefern, sondern die Schilderungen als Erfahrungsbeweise für das Fortleben der individuellen Seele nach dem körperlichen Tod heranzuziehen.
Thematische Schwerpunkte
1. Sammlung von Erlebnisberichten
Im Zentrum des ersten Teils stehen Berichte von Einzelpersonen, die während extremer Grenzzustände, Narkosen oder tiefer MeditationMeditation ist die operative Praxis der Bewusstseinsfokussierung. Sie dient dazu, das diskursive Denken zur Ruhe zu bringen, um das Bewusstsein von mentalen Inhalten zu lösen und einen Zustand der leeren, reinen Wahrnehmung (Gnosis) zu erreichen. das Gefühl einer physischen Ablösung erlebten. Dohse gliedert diese Schilderungen nach verschiedenen Wahrnehmungsformen – von der bloßen Beobachtung des eigenen Körpers aus der Vogelperspektive bis hin zu Erfahrungen einer feinstofflichen oder jenseitigen Sphäre.
2. Swedenborgianische und theosophische Einflüsse
Die gedankliche Ausrichtung des Buches ist stark vom Swedenborgianismus und der klassischen OkkultismusOkkultismus ist ein Sammelbegriff für Lehren und Praktiken, die sich mit den „verborgenen“ Kräften der Natur und des Geistes befassen. Er umfasst Traditionen wie Magie, Esoterik und Hermetik, die über das rein rational-materialistische Weltbild hinaus nach einem tieferen, meist intuitiven oder symbolischen Verständnis der Realität streben.-Tradition des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts geprägt. Die Beschreibungen des „Jenseits“ folgen dem Bild einer gestuften Geisterwelt, in der der Mensch nach dem Ablegen der physischen Hülle seinen geistigen Zustand unverändert fortsetzt.
3. Apologetik und religiöse Bestätigung
Im zweiten Teil – im Untertitel als „Bestätigung und Vertiefung religiöser Glaubensvorstellungen“ ausgewiesen – wendet Dohse die gesammelten Phänomene pastoral an. Der außerkörperliche Zustand dient ihm als argumentative Stütze gegen den materiellen Reduktionismus und zur Untermauerung des christlich-spirituellen Unsterblichkeitsglaubens.
Charakter der Schrift
Das Werk ist ein authentisches Dokument der populär-spirituellen Strömungen der 1970er Jahre, die versuchten, parapsychologische Phänomene mit einem individuellen Glauben zu verbinden. Es versteht sich nicht als kritische Forschungsschrift, sondern als erbauendes Traktat: Die Subjektivität der Berichte wird affirmativ aufgegriffen, um dem Leser eine erfahrungsbasierte Gewissheit über die Existenz der Seele zu vermitteln.