Gnosis Tantra Quabbalah – Buchcover

Gnosis Tantra Quabbalah

Die Schlange, die Macht und die Kraft

2021
Eine Synthese gnostischer, tantrischer und quabbalistischer Lehren zur Entwicklung des geistigen Bewusstseins.
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Werk und Inhalt

Die Geometrie des Unsichtbaren

Das Werk entfaltet eine Systematik des Geistes, die das Erbe der hermetischenDie Hermetik umreißt einen geistesgeschichtlichen Komplex, der auf den Legenden um Hermes Trismegistos basiert. Sie umfasst alchemistische, astrologische und magische Lehren. Kern ist die Korrespondenz zwischen Mikrokosmos und Makrokosmos („Wie oben, so auch unten“), die den Menschen als Teil einer göttlichen Weltordnung begreift. Tradition in die mathematische Strenge der Moderne übersetzt.

Die Ordnung hinter dem Schleier

In der Stille eines Archivs begegnet man oft Büchern, die mehr sein wollen als eine bloße Ansammlung von Buchstaben. Emil Stejnars „GnosisDie Gnosis (altgriech. γνῶσις Erkenntnis) bezeichnet eine durch göttliche Offenbarung erlangte spirituelle Selbsterkenntnis, die zur Befreiung der Seele aus der materiellen Welt führen soll. Sie betont die direkte, innere Erfahrung des Göttlichen gegenüber dogmatischem Glauben und ist ein zentrales Fundament vieler hermetischer Traditionen. Tantra Quabbalah“ ist ein solches Gebilde. Es ist kein Ratgeber, sondern ein Vermessungsgerät für den inneren Raum. Dies ist getragen von der Überzeugung, dass der Kosmos nach strengen Gesetzen geordnet ist, die sich im Kleinen wie im Geiste widerspiegeln. Der Autor tritt nicht als Erfinder auf, sondern als ein Ordner, der das verstreute Wissen der Jahrtausende sichtet und auf seine Tauglichkeit prüft.

Das Erbe des Poimandres

Man muss das Buch in die Nähe des Corpus Hermeticum rücken, um seine Tiefe zu begreifen. Wenn im Poimandres vom Aufstieg der Seele durch die sieben Sphären der Statthalter die Rede ist, so findet dies bei Stejnar eine Entsprechung in der Reinigung der Wesensglieder. Es geht um die Überwindung der schicksalhaften Prägung durch die sieben Planetenkräfte. Gnosis bedeutet nicht blindes Vertrauen, sondern die unmittelbare Schau der Wirklichkeit. Der Mensch ist nicht länger Spielball der Gestirne, sondern lernt, ihre Qualitäten in sich selbst zu regieren.

Die Strenge des Franz Bardon

Stejnar baut auf dem Fundament auf, das Franz Bardon in der Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts legte. Wo Bardon die Praxis der hermetischen Schulung fast schon technisch beschrieb, fügt Stejnar die geistesgeschichtliche Tiefe hinzu. Es ist eine Fortführung jener Schule, die den Geist als ein Werkzeug begreift. Die Imagination wird nicht als Träumerei verstanden, sondern als die Fähigkeit, geistige Tatsachen mit der gleichen Präzision zu erschaffen, mit der ein Architekt ein Haus entwirft.

Die Brücke nach Osten

Die Einbindung des Tantra ist kein modisches Zugeständnis an die EsoterikEsoterik ist der Sammelbegriff für Lehren, die ein „inneres“, verborgenes Wissen vermitteln, das sich nur dem Eingeweihten erschließt. Sie befasst sich mit den Zusammenhängen zwischen Mensch, Kosmos und dem Göttlichen. In dieser Bibliothek steht Esoterik für den ganzheitlichen, kontemplativen Zugang zur Wirklichkeit. des späten Jahrhunderts. Vielmehr erkennt Stejnar die strukturelle Verwandtschaft zwischen der indischen Energielehre und der westlichen AlchemieAlchemie (von arab. al-kīmiyāʾ) ist die protowissenschaftliche und hermetische Kunst der Stoffwandlung und Selbsterkenntnis. Sie verbindet Naturphilosophie, Metallurgie und Symbolik mit dem Ziel, die Materie zu läutern (Magnum Opus), den Stein der Weisen zu bereiten und das Unvollkommene zu veredeln. Sie vereint die mikrokosmische Veredelung des Menschen mit der makrokosmischen Offenbarung göttlicher Naturgesetze.. Es ist die Einsicht, dass die Transformation des Bewusstseins einen energetischen Träger benötigt. Er verweist damit auf eine Universalität des Wissens, wie sie auch bei Denkern der Renaissance wie Giovanni Pico della Mirandola anklang, der versuchte, die KabbalaKabbala (hebr. קַבָּלָה „Empfang“, „Überlieferung“) bezeichnet das jüdisch-mystische System der Weltdeutung. Als „Landkarte“ des göttlichen Emanationsprozesses nutzt sie den Lebensbaum (Etz Chaim), um die Ebenen des Daseins zu strukturieren und den Aufstieg der Seele nachzuvollziehen. → Abgrenzung: In der westlich-okkulten Esoterik wird die universell adaptierte, synkretistische Form als Qabalah bezeichnet. mit der christlichen Philosophie zu versöhnen.

Die Architektur der Kabbala

Die Quabbalah bei Stejnar ist keine jüdische Religionsgeschichte, sondern eine Lehre von den Ur-Ideen. Es geht um die Arbeit mit den Buchstaben und Zahlen als den Atomen des Geistes. Jeder Buchstabe ist eine Schwingungsform, ein spezifischer Zustand des Bewusstseins. Diese Methode der Buchstabenvibration dient der inneren Umgestaltung. Es ist ein mühsamer Weg der Selbstvervollkommnung, der an die stoische Disziplin eines Marc Aurel erinnert, übertragen in das Medium der Sprache und des Klangs.

Das Wesen der Magie

Magie wird in diesem Kontext von allem Jahrmarktszauber befreit. Sie erscheint als die konsequente Anwendung geistiger Gesetze. Stejnar definiert sie als die bewusste Beeinflussung der feinstofflichen Matrix. Es schwingt die Überzeugung mit, dass der Wille, sofern er geschult und geläutert ist, eine formgebende Kraft besitzt. Es ist eine Rückkehr zur Würde des Menschen als Mitgestalter der Schöpfung, fernab von jeglichem Aberglauben.

Die astrologische Entsprechung

In der Astrologie sieht das Werk keine Vorhersagekunst für triviale Ereignisse. Sie ist vielmehr die Landkarte der Seele. Die Konstellationen zeigen die Spannungsfelder auf, in denen sich der Geist bewähren muss. Stejnar lehrt die Alchemie der Charakterveredelung: Die Umwandlung von bleierner Schwere in solare Klarheit. Dies ist ein Prozess, den schon die RosenkreuzerDas Rosenkreuzertum ist eine spirituell-philosophische Strömung, die durch ihre Manifeste im 17. Jahrhundert bekannt wurde und bis heute als Impulsgeber für christliche Mystik, hermetische Philosophie und Alchemie wirkt. Sein Ziel ist eine umfassende gesellschaftliche und individuelle Reform im Sinne einer „universellen Reformation“. des siebzehnten Jahrhunderts als die Chymische Hochzeit beschrieben haben.

Die Stille der Transformation

Am Ende der Lektüre steht die Erkenntnis, dass wahre Transformation ein einsames Geschäft ist. Es gibt keine Abkürzungen. Das Buch verlangt vom Leser die Ausdauer eines klösterlichen Schreibers. Es geht um die Meditation als Werkzeug der Reinigung, um den Spiegel der Seele von den Flecken der Affekte zu befreien. Nur in einem ruhigen Geist kann sich das Licht der Erkenntnis brechen, ohne verzerrt zu werden.

Ein Monument der Geistesgeschichte

Stejnars Werk steht als ein monolithischer Block in der Literatur der Gegenwart. Es entzieht sich der schnellen Konsumierbarkeit. Es ist ein Buch für Jahrzehnte, ein treuer Begleiter für jene, die bereit sind, die Verantwortung für ihre eigene geistige Entwicklung zu übernehmen. In einer Zeit der Beliebigkeit bietet es die Beständigkeit eines gut gefügten Mauerwerks, das auf einem Fundament ruht, das älter ist als die Moderne selbst.