Werk und Inhalt
Plastische Gestalt des Nachtbewusstseins
Wer im Wachzustand seine Gedanken nicht zu zügeln versteht, überlässt in den Nachtstunden das Steuerrad des Bewusstseins jenen autonomen Dynamiken, die der Wiener HermetikerDie Hermetik umreißt einen geistesgeschichtlichen Komplex, der auf den Legenden um Hermes Trismegistos basiert. Sie umfasst alchemistische, astrologische und magische Lehren. Kern ist die Korrespondenz zwischen Mikrokosmos und Makrokosmos („Wie oben, so auch unten“), die den Menschen als Teil einer göttlichen Weltordnung begreift. Emil Stejnar als Gedankenwesen und Gefühlsmonaden beschreibt.
In seinem 2018 vorgelegten Werk Träumen kann gefährlich sein durchbricht Stejnar den romantischen Mythos, der den Traum pauschal als harmloses Ausflugsziel der Phantasie oder als verlässlichen Orakelquell verklärt. Er rückt stattdessen eine nüchterne PhänomenologiePhänomenologie (griech. φαινόμενον phainómenon „das Erscheinende“ und lógos „Lehre“) ist die philosophische Methode, die Welt so zu untersuchen, wie sie sich dem Bewusstsein unmittelbar zeigt. Sie zielt darauf ab, die Strukturen der Erfahrung selbst zu erfassen, frei von metaphysischen Vorannahmen, und bildet damit das notwendige Werkzeug, um subjektive spirituelle Erlebnisse objektiv zu reflektieren. des Nachtbewusstseins in den Mittelpunkt: Der Traumraum gleicht einem spiegelnden Resonanzraum, in dem unbewusste Komplexe, unkontrollierte Begierden und astrale Einwirkungen eine plastische Gestalt annehmen. Stejnar verknüpft die hermetischeDie Hermetik umreißt einen geistesgeschichtlichen Komplex, der auf den Legenden um Hermes Trismegistos basiert. Sie umfasst alchemistische, astrologische und magische Lehren. Kern ist die Korrespondenz zwischen Mikrokosmos und Makrokosmos („Wie oben, so auch unten“), die den Menschen als Teil einer göttlichen Weltordnung begreift. Lehre von den Mikro- und Makrokosmen mit den praktischen Schulungswegen der westlichen Magietradition, wie sie von Franz Bardon grundgelegt wurden.
Der AstralleibDer Astralkörper ist eine feinstoffliche Hülle, die als Sitz von Gefühlen und Bewusstsein den physischen Körper umgibt und der Seele als Träger in der Astralebene dient. als energetisches Wirkfeld
Das gedankliche Fundament des Buches ruht auf der präzisen Trennung von physischem Körper, Astralleib und geistigem Ich. Im Schlaf lockert sich die Bindung zwischen dem stofflichen Organismus und dem feinstofflichen Vehikel. Stejnar zeigt auf, wie der Astralleib in dieser Phase der Loslösung für Schwingungsimpulse aus der mentalen und astralen Umwelt empfänglich wird. Wenn das Tagesbewusstsein fehlt, verarbeiten die niederen Seelenorgane unkontrolliert die emotionalen Rückstände des Tages. Stejnar skizziert diesen Zustand als ein psychisches Treibgut: Wer am Tag Neid, Wut oder ungestillte Gelüste nährt, baut an energetischen Gebilden, die ihn in der Nacht als scheinbar fremde, oft bedrohliche Entitäten heimsuchen. Die Gefahr besteht laut Stejnar nicht in einer abstrakten Schädigung, sondern in der schleichenden Obsession, bei der diese Wesenheiten Energie aus dem ÄtherleibDer Astralkörper ist eine feinstoffliche Hülle, die als Sitz von Gefühlen und Bewusstsein den physischen Körper umgibt und der Seele als Träger in der Astralebene dient. des Schlafenden saugen.
Gefahren des unkontrollierten Astralwandels
Besonders scharf kritisiert Stejnar die unbedarfte Praxis des luziden Träumens und das forcierte Herbeiführen von Außerkörperlichen Erfahrungen ohne geistige Schulung. Er beschreibt die Astralebene als ein dicht besiedeltes Territorium, das von echten Wesenheiten, Elementaren und larvenartigen Gebilden durchzogen ist.
Wer ohne moralische Festigung und energetischen Schutz in diese Sphären vordringt, öffnet Schwellen, die er aus eigener Kraft kaum wieder schließen kann. Stejnar führt hierzu Beispiele von Schlafparalysen, halluzinatorischen Schreckzuständen und anhaltenden Erschöpfungssyndromen an, die aus dem ungewollten Kontakt mit niederen Wesenheiten resultieren. Er demonstriert, dass die suggestive Kraft der Traumbilder den Willen des Träumenden schwächt, woraufhin sich fremde Gedankeneinflüsse dauerhaft im Wachbewusstsein einnisten können.
Die Hermetische Schulung als Schutzraum
Als Gegenmittel entwickelt Stejnar eine Methodik der Gedankenkontrolle und der magischen Hygiene, die bereits im Wachalltag ansetzt. Nur ein Geist, der tagsüber seine Aufmerksamkeit fokussieren und emotionale Wogen glätten kann, bewahrt in den Traumräumen seine Souveränität. Stejnar legt konkrete Übungen vor: das tägliche Rückschauen auf die eigenen Handlungsmotive, das gezielte Stilllegen des inneren Monologs sowie das Bewusstmachen des Einschlafmoments.
Ziel dieser Hermetik ist nicht die reine Traumdeutung im Sinne der modernen Psychoanalyse, sondern die Erziehung des Ichs zum wachsamen Lenker. Wer gelernt hat, im Zustand des Einschlafens die Kontinuität des Bewusstseins aufrechtzuerhalten, verwandelt den Traum von einer Gefahrenzone in ein Werkzeug der geistigen Selbsterkenntnis und des Schutzaufbaus.